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Graphik-Recording · Michelle Eichloff

Unverpackt – Weniger ist mehr

Inspiriert durch den DragonDreaming Workshop während der ersten Wandeltage ins Mindener Land lässt uns das Thema nicht mehr los.

Der Weg zur Idee »unverpackt«

Gemeinwohl-Kommune Minden — utopisch? Das haben wir uns im Dezember 2017 beim zweiten Treffen unserer neugegründeten GWÖ-Gruppe gefragt … und einfach mal mit einer Wandelkarte angefangen: welche Unternehmen, Initiativen, Organisationen oder Vereine gibt es schon in unserer Stadt, unserer Region, die die Menschenrechte achten, Solidarität und Gerechtigkeit fördern, die Natur schützen und heilen und Demokratie und Mitentscheidung fördern – kurzum: dem Gemeinwohl dienen? In den darauffolgenden Monaten haben wir über vierzig Stationen gewinnen können, bei den 1. Wandeltagen ins Mindener Land mitzumachen.

Als Abschluss der Wandeltage haben wir uns in einer Etappe der Mindener Zukunftswerkstatt anno2039 vorgestellt wie es ist, wenn wir die großen Herausforderungen bewältigt haben und in einer Welt leben, in der es ein gutes Leben für Alle gibt … auf einer heilenden Erde.

Wie jede Etappe der Zukunftswerkstatt endete auch diese mit der Frage nach dem ersten Schritt: was hat uns 2018/2019 in die richtige Richtung geführt? Die Antwort: ein Unverpacktladen.

Der anschließende ganztägige DragonDreaming-Workshop* mit Ilona Koglin war für uns enorm beflügelnd.

*Im Leitfanden für GWÖ-Gruppen wird DragonDreaming als Methode für Planung und Realisation von Projekten empfohlen.

Wir wagen einen großen Sprung

Aus dem Labor in die Wirklichkeit: Pläne für Unverpackt-Laden in Minden (MT 11.10.2018) – Wir wollen einen attraktiven Raum für nachhaltiges Handeln in der Region schaffen und von Beginn an unseren Projektprozess offen und gemeinsam gestalten.

Die globale Transformation ...

… findet sowieso statt – by design oder by desaster. Mit der UN-Agenda 2030, die 2015 von fast allen Länder der Erde verabschiedet wurden, haben wir einen Plan zur Weltrettung. An ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) kann – von den Regierungen bis zum einzelnen Bürger! – jede*r mitarbeiten. 169 Unterzielen und über 200 dynamische Indikatoren beschreiben und zeigen, wie viele Baustellen es auf der Welt gibt, wie viele Länder Entwicklungsländer auf dem Weg zu einem guten Leben für alle auf einer heilenden Erde sind. Und dass auch Deutschland ein Entwicklungsland ist:

  • wir verbrauchen jedes Jahr so viele Ressourcen, als hätten wir drei Erden, wir leben also auf Kosten ärmerer Länder und zukünftiger Generationen
  • die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer
  • Frauen haben weniger Karrierechancen und verdienen fast 25% weniger als Männer
  • Kinder reicher Eltern können bessere Bildungsabschlüsse erreichen als ihre weniger wohlhabenden Altersgenoss*innen
  • wir vermüllen die Flüsse und Meere mit Plastik
  • und zerstören die Klimabalance, die Artenvielfalt, den Mutterboden …

Das heißt aber auch: wir können ganz konkret vor unserer Haustür anfangen und die globale Transformation …

... lokal gestalten!

Mit einem Unverpacktladen, wie wir ihn uns im DragonDreaming-Workshop erträumt haben, können wir einen konkreten Beitrag zu den oben genannten Entwicklungszielen leisten:

  • nur so viel kaufen, wie man auch wirklich braucht
  • mit Foodsharing und Zero Waste Verschwendung und Abfall verringern
  • dank ShareEconomy und RepairCafé tauschen und reparieren statt neu kaufen und wegwerfen
  • als Stützpunkt für Milch-, Gemüse- oder Brotkisten bäuerliche Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelerzeuger in der Region stärken
  • direkt importierten Kaffee anbieten und dessen Erzeugergemeinschaften in Honduras auf dem Weg zur Selbstbestimmung unterstützen
  • mit unserer Partnerschaft Köln–Minden als essbaren Städte andere Städte inspirieren und die Strecke des RE6 in eine grüne, essbare »RE6ION« verwandeln

Schrittweise zum Reallabor

Im Angesicht der vielen Krisen auf der Welt stehen wir vor Problemen, die wir so noch nie gehabt haben. Eine fertige Antwort darauf gibt es nicht. Aber wir können visionäre Lösungen lokal und kooperativ entwickeln, in überschaubarem Rahmen ausprobieren und überprüfen – wie in einem Labor … mitten im Leben.

Zukunft mitgestalten – aber wie?

Einen Unverpacktladen in Minden zu gründen ist ein mutiges Experiment … und ein Schritt in eine enkeltaugliche Zukunft. Ganz gleich, mit wem man darüber spricht – der Satz: »Wir wollen einen Unverpacktladen in Minden gründen.« löst Zustimmung, Freude und hier und da auch das Angebot aus, mitzumachen. Für viele Menschen würde sich ein Traum erfüllen und die Sehnsucht, nachhaltig einzukaufen, Wirklichkeit werden.

Wir brauchen engagierte Macher*innen und eine breit aufgestellte Gruppe von Unterstützer*innen, die sich dieses Projekt konkret als Ziel vornehmen. Wir brauchen Fachleute, die uns bei einer Machbar­keits­analyse unterstützen, einen Businessplan mit Finanzierungs- und Liquiditätsplanung aufstellen, Finanzmittel organisieren, Expertise zu Steuer-, Vereins-, Versicherungs-, Handels-, Lebensmittel- und Arbeitsrecht, Bau- und Brandschutz beisteuern, Ehrenamtliche für die Besetzung des Ladens gewinnen und ausbilden etc.

Die nächsten Schritte ...

Visualisiertes Protokoll unseres Treffens vom 12. Dezember 2018 in der StaBi

Das haben wir schon geschafft ...
Seit Oktober gab es fünf Treffen zum Thema »unverpackt«: wir können einen geeigneten Raum zu günstigen Bedingungen bekommen, wir haben einen Fundraising-Plan, ein Flyer ist entstanden, die Gründung eines Trägervereins wurde geplant … und unserer Einladung in Hansehaus zum Neujahrs-Familien-Brunch am 6. Januar sind knapp 40 Gäste gefolgt.

Seitdem haben weitere Treffen stattgefunden und der Trägerverein wird mitte März gegründet.

Unsere Challenge

Wer ist mit Zeit, Engagement und Know-how dabei? Wer beteiligt sich ein Jahr lang mit 10/20/50 € monatlich an den Raumkosten für die Baustelle Zukunft?

Einen Unverpacktladen zaubert niemand einfach so mal aus dem Hut – auch wenn das, was wir in drei Monaten bereits geschafft haben, schon ein bisschen an Zauberei grenzt!

Wir können in der Fußgängerzone für 600 € + Nebenkosten einen 200 m² großen Raum mieten. Dafür wollen wir 60 Unterstützer*innen finden, die sich ein Jahr lang mit 10 € im Monat beteiligen.

So können wir zwei der drei Säulen des Ladens schon mal realisieren: einen Treffpunkt für Visionär*innen und einen Open Space für Nachhaltig­keitsakteur*innen und -initiativen, für Kurse und Workshops zu Themen wie Plastik fasten, Tauschbörsen, Talentakademie, Foodsharing, RepairCafé …