Kategorie: MI | Konvent

Gemeinwohl-Ökonomie – Wirtschaft neu denken

Wirtschaftswachstum, das auf endliche, natürliche Rohstoffe und andere begrenzte Ressourcen angewiesen ist, hat keine Zukunft. Vor diesem Hintergrund müssen wir Wirtschaft und Wachstum neu denken.

Die Gemeinwohl-Ökonomie geht davon aus, dass sich politisches und wirtschaftliches Handeln – wenn es zukunftsfähig sein und zu einem guten Leben für alle auf einer heilenden Erde beitragen soll – an den gleichen Werten und Prinzipien orientieren muss, wie zwischenmenschliche Beziehungen: Achtung der Würde eines jeden Geschöpfes, Solidarität und Gerechtigkeit, Schutz und achtsamer Umgang mit der Natur und ihren Geschenken, sodass auch nachfolgende Generationen eine gute Lebensgrundlagen vorfinden, Transparenz bei allen wichtigen Entscheidungen gegenüber allen Betroffenen und das Recht und die Möglichkeit, Entscheidungen und deren Umsetzung aktiv mitgestalten zu können.

Zwei Fragen gilt es zu beantworten: was brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein? Und …

… wie wollen wir in Zukunft wirtschaften und handeln?

Eine Kernforderung der Gemeinwohl-Ökonomie ist, dass diese Fragen in demokratischen Prozessen von unten beginnend mit »Kommunalen Wirtschaftskonventen« diskutiert und entschieden werden.

In Minden wollen wir uns auf die Suche nach Antworten machen und als erste Stadt in NRW einen GWÖ-Wirtschafts­konvent durchführen. Und dabei haben wie das Konzept der Wirtschaftskonvente gleich ein bisschen weiter gedacht. Denn im Grunde geht es ja um mehr als nur um neue Konzepte für Politik und Wirtschaft. Was die GWÖ vorschlägt, ist ein neuer Gesellschaftsvertrag zum Thema Wirtschaft.

Unseren Vorschlag haben wir mit Christian Felber, dem Autor des Buches »Gemeinwohl-Ökonomie« und zusammen mit vielen Unternehmer*innen Mitinitiator der GWÖ-Bewegung, diskutiert. Seine Antwort (per Mail):

»Volle Zustimmung zur Vorgangsweise beim Konvent, umso gespannter bin ich auf die Ergebnisse....«

Unser Bürger*innenKonvent>Wirtschaft hat zwei Etappen:

30. September, Obermarkstraße, Minden

Beim FairWandelFest im Obermarktquartier* wollen wir möglichst viele Menschen in eine Visionssuche zu der Frage verwickeln: was brauchen wir wirklich? was macht uns glücklich? woran merken wir eigentlich, ob uns etwas wirklich glücklich macht?

An 30. September wird die Stadt voller Menschen sein, denn Minden ist Gast­geberin des Deutschen Kinder­theater­festi­vals, es ist Hopfen- und Malz­fest und die Innen­stadt wird sich während der Reenactor-Messe zum Schau­platz einer Zeit­reise in das Minden vor 250 Jahren verwandeln. Und es ist verkaufs­offener Sonn­tag. Ideale Bedin­gun­gen, finden wir, um mit vielen unvor­ein­ge­nom­menen Menschen über diese Themen ins Gespräch zu kom­men. Es gibt Floh- und Fair­Schenken­Stände, Repair­Café, Saat­gut­Börse, Kurz­filmK­ino, Gerichts­Fair­Handlungen am Kaak: »Das gehört an den Pranger!«, Gaukler, Musik … kurzum: Weltretten darf auch Spaß machen!

*Im Obermarktquartier haben wir – in Kooperation mit dem Masterstudiengang Integrales Bauen der FH Bielefeld | Campus Minden und unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Michael Jäcke – das Reallabor-Projekt »Gemeinwohl-Bilanzierung eines Innenstadtquartiers in der Fußgängerzone« begonnen.

Die Ideen, Visionen und Ergebnisse diskutieren wir bei der 2. Etappe des GWÖ-Bür­ger*in­nenKon­vent>Wirt­schaft auf einem Fachtag am 6. Oktober im Campus MTZ der FH in der Artilleriestraße, Minden.

Dazu zeigen wir einen Film über die Eindrücke der Wandeltage und das FairWandelFest, Ergebnisse der Visionssuche zu einem Gemeinwohl-orientierten Wirtschaftsansatz, Impulse aus dem Workshop mit dem Kölner Ernährungsrat zur Städtefreundschaft essbare Stadt/essbare Region, dem DragonDreaming bei der ZukunftsWerkstatt anno2039 ...

Wir stellen die Ergebnisse der Studienmodule vor, die im Sommersemester in der FH Bielefeld stattgefunden haben. am Fachbereich Sozialwesen in Bielefeld wurden Bachelor-Studierende wurden zu Tutor*innen ausgebildet und haben Unternehmen bei der Erstellung einer Gemeinwohlbilanz unterstützt und am Campus Minden haben Studierende im Masterstudiengang Integrales Bauen angefangen, Kennzahlensets für gemeinwohl-orientierte Quartiers- und Infrastrukturentwicklung zu erarbeiten und eine Bestandsaufnahme im Obermarktquartier gemacht.

Junge Wissens-, Verantwortungs- und Entscheidungs­träger*innen aus Handel, Industrie, Forschung, Politik, NGOs und Medien berichten aus ihren Arbeits­feldern und diskutieren aus persön­licher und professioneller Perspektive miteinander und mit den Teil­nehmer*innen des Konvents über ihre Einstellungen, Visionen und Erfah­rungen im Zusammenhang mit ethischem Handeln und Wirtschaften. In kreativen, intuitions­fördernden Arbeits­formaten werden Werte­vor­stellungen und Handlungs­optionen ausgetauscht und diskutiert und für konkrete Lebens- und Arbeitsfelder Ideen und Konzepte entwickelt, wie sie in Realität verwandelt werden können.

Am Ende des Tages wollen wir 17 Leitsätze »konsensieren«, wie wir uns als Hansestadt in Zukunft »Wirtschaften und Handeln mit Anstand« vorstellen.

Demokratie und Zukunft

FairWandelFest

Wir feiern den Beginn der Wandeltage am 30. September 2018 mit einem Fest. Dem ersten Mindener FairWandelFest! So viele Initiativen, Unternehmen, Organisationen und Aktionen stehen bereits auf unserer Wandelkarte: nachhaltig, ökologisch, fair, vielfältig, inklusiv, engagiert … der Mühlenkreis fair.wandelt sich in eine essbare und nachhaltige Region. Wenn das kein Grund zum Feiern ist?

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5 x die Welt retten …

Unter dem Motto »5 mal die Welt retten« lädt die Projektgruppe »Gemeinwohl-Ökonomie und Ethischer Welthandel« in Kooperation mit der Stadtbibliothek und dem Mindener Welthaus vom 19. Juli bis zum 16. August jeweils donnerstags um 18 Uhr zu einer Lese- und Diskussionsreihe über aktuelle Beiträge zur sozial-ökologischen Transformation ein.

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