Die Matrix – das Herzstück der Gemeinwohl-Bilanz

Die Gemeinwohl-Matrix verbindet die Werte, die das Gelingen von Bezie­hungen sowie ein gutes Leben fördern, mit den wichtigsten Bezugs­gruppen von Unter­nehmen und Organi­sa­tionen. Diese Werte sind weltweit auch in den meisten Verfas­sungen verankert.

Bilanz und Entwicklung

Die Matrix gibt so die 20 Themen­felder für die Kennzahlen der Gemeinwohl-Bilanz vor. Mit ihr kann nicht nur das Ergebnis einer Gemeinwohl-Bilanz kompakt auf einen Blick darge­stellt werden, sondern auch die Entwicklung seit der letzten Bilanz.

OpenSource in die Zukunft

Die Gemeinwohl-Matrix ist ein OpenSource-Werkzeug zur Trans­for­mation von Unter­nehmen und Organi­sa­tionen und als Leitfaden zur Zukunfts­fä­higkeit eine hilfreiche Landkarte, die zeigt, welche Wege zu mehr Gemeinwohl schon erfolg­reich gegangen werden und welche Wege noch zu gehen sind.

Pioniere sind Leuchttürme

Viele Unter­nehmen arbeiten bereits sehr nachhaltig und engagieren sich gesell­schaftlich. Mit der Gemeinwohl-Bilanz können sie diese Entwicklung vergleichbar dokumen­tieren, glaub­würdig kommu­ni­zieren und sich als Leuchturm für Gemeinwohl und Nachhaltig zeigen.

Was steckt hinter der Matrix …

Jeder Klick auf ein Feld der hier abgebil­deten inter­ak­tiven Matrix zeigt weitere Infor­ma­tionen zu den einzelnen Themen an.

Gemeinwohl-Matrix 5.0 Master
A1 Menschenwürde in der ZulieferketteA2 Solidarität und Gerechtigkeit in der ZulieferketteA3 Ökologische Nachhaltigkeit in der ZulieferketteA4 Transparenz und Mitentscheidung in der ZulieferketteB1 Ethische Haltung im Umgang mit GeldmittelnB2 Soziale Haltung im Umgang mit GeldmittelnB3 Sozial-ökologische Investitionen und MittelverwendungB4 Eigentum und MitentscheidungC1 Menschenwürde am ArbeitsplatzC2 Ausgestaltung der ArbeitsverträgeC3 Ökologisches Verhalten der MitarbeitendenC4 Innerbetriebliche Mitentscheidung und TransparenzD1 Ethische Kund*innenbeziehungD2 Kooperation und Solidarität mit MitunternehmenD3 Ökologische Auswirkungen durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und DienstleistungenD4 Kund*innenmitwirkung und ProdukttransparenzE1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und DienstleistungenE2 Beitrag zum GemeinwesenE3 Reduktion ökologischer AuswirkungenE4 Transparenz und gesellschaftliche MitentscheidungMenschenwürdeSolidarität und GerechtigkeitÖkologische NachhaltigkeitTransparenz und MitentscheidungLieferant*innenEigentümer*innen und Finanzpartner*innenMitarbeitendeKund*innen und MitunternehmenGesellschaftliches Umfeld

A1 Menschenwürde in der Zulieferkette

Die Produkte und Dienst­leis­tungen, die ein Unter­nehmen zukauft, sind mit einer Vielzahl an gesell­schaft­lichen Auswir­kungen verbunden. Diese können sowohl positiv als auch negativ sein. Besonders wichtig sind die Arbeits­be­din­gungen aller Mitar­bei­tenden in der gesamten Zulie­fer­kette. Ein Unter­nehmen ist für das Wohlergehen aller Menschen – auch bei seinen Lieferant*innen und Vorlieferant*innen – mitver­ant­wortlich.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • bezieht Produkte und Dienst­leis­tungen, welche unter menschen­wür­digen Bedin­gungen herge­stellt werden.
  • achtet auf Risiken in der Zulie­fer­kette, bei welchen die Verletzung der Menschen­würde häufig vorkommt.
  • setzt sich aktiv für ein menschen­wür­di­geres Verhalten in der Zulie­fer­kette ein.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

A2 Solidarität und Gerechtigkeit in der Zulieferkette

Unter­nehmen haben Mitver­ant­wortung, entlang der Zulie­fer­kette einen fairen und solida­ri­schen Umgang aller Betei­ligten unter­ein­ander einzu­fordern sowie aktiv zu fördern. Jedes Unter­nehmen kann sich über die sozialen Risiken und mögliche Missstände in der Liefer­kette infor­mieren, seine Forde­rungen kommu­ni­zieren und entspre­chende Kaufent­schei­dungen treffen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen erkennt seine Mitver­ant­wortung für Solida­rität und Gerech­tigkeit in der gesamten Zulie­fer­kette und gestaltet sein unter­neh­me­ri­sches Handeln entspre­chend.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

A3 Ökologische Nachhaltigkeit in der Zulieferkette

Jedes Unter­nehmen ist mit Umwelt­aus­wir­kungen in der Zulie­fer­kette konfron­tiert und kauft diese mit den bezogenen Rohwaren, Produkten und Dienst­leis­tungen mit ein. Unter­nehmen sind daher für die ökolo­gische Nachhal­tigkeit in ihrer Zulie­fer­kette mitver­ant­wortlich. Das Ziel ist es, zur Reduktion der Umwelt­aus­wir­kungen in der gesamten Zulie­fer­kette beizu­tragen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • evaluiert den Lebensweg bzw. die Zulie­fer­kette der Produkte und Dienst­leis­tungen nach negativen ökolo­gi­schen Auswir­kungen.
  • wählt im Einkauf die ökolo­gisch verträg­lichsten Optionen.
  • verzichtet weitest­gehend auf Produkte und Dienst­leis­tungen mit sehr hohen Umwelt­aus­wir­kungen.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

A4 Transparenz und Mitentscheidung in der Zulieferkette

Unter­nehmen haben die Mitver­ant­wortung, entlang der Zulie­fer­kette einen trans­pa­renten und parti­zi­pa­tiven Umgang aller Betei­ligten unter­ein­ander einzu­fordern und aktiv zu unter­stützen. Jedes Unter­nehmen kann sich über entspre­chende Risiken und mögliche Missstände in der Zulie­fer­kette infor­mieren, Forde­rungen kommu­ni­zieren und Kaufent­schei­dungen treffen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen erkennt seine Mitver­ant­wortung für Trans­parenz und gemeinsame Entschei­dungs­findung in der gesamten Zulie­fer­kette und gestaltet sein unter­neh­me­ri­sches Handeln entspre­chend.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

B1 Ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln

Eine werte- und gemein­wohl­ori­en­tierte Haltung versteht Geld nicht als Hauptziel, sondern nur als Mittel des Zahlungs­ver­kehrs. Wichtig im Umgang mit Geld ist die Achtung der Menschen­würde vor finan­zi­ellen Inter­essen. Hohe Ausstattung mit Eigen­mitteln bedeutet finan­zielle Unabhän­gigkeit und schützt das Unter­nehmen vor unerwünschten externen Einflüssen.

Jede Kredit­auf­nahme ist ein Versprechen auf eine Steigerung der Wertschöpfung, um Zinsen und Rückzahlung leisten zu können. Fremd­mittel sollten aus solida­ri­schen Quellen oder von Ethik­banken stammen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • führt sein Finanz­ma­nagement nach kriti­schen ethischen Grund­sätzen.
  • wird an einer Struktur seiner Finan­zierung arbeiten, die diese ethische Orien­tierung absichert.
  • bemüht sich um eine beständige Erhöhung des Eigen­ka­pi­tal­an­teils und eine Ergänzung der Eigen­mittel durch Mittel von Partner*innen, die ebenso an der Unabhän­gigkeit und Selbst­be­stimmung des Unter­nehmens inter­es­siert sind.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

B2 Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln

Ein zentrales Ziel ist das Erreichen von Fairness gegenüber allen Berüh­rungs­gruppen. Die Ausgaben des Unter­nehmens werden dabei zu „Einkommen“ der Lieferant*innen, Mitar­bei­tenden und der Gesell­schaft. Bei der Verwendung des verblei­benden Mittel­über­schusses stehen der Einsatz für das Weiter­be­stehen und die Weiter­ent­wicklung des Unter­nehmens und die Bildung notwen­diger Risikorücklagen im Vorder­grund. Eine Ausschüttung von Kapital­ertrag sollte erst nach ausrei­chender Zukunfts­vor­sorge erfolgen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • hat Eigentümer*innen, die der Weiter­ent­wicklung des Unter­nehmens Vorrang vor der Reali­sierung eigener Kapital­erträge geben.
  • hat Eigentümer*innen mit maßvollen Ansprüchen an Kapital­erträge, die in jedem Fall eine Ausschüttung auf Kosten einer Neuver­schuldung vermeiden.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

B3 Sozial-ökologische Investitionen und Mittelverwendung

Die Trans­for­mation zu einer ökolo­gisch nachhal­tigen Gesell­schaft verlangt die Berück­sich­tigung ökolo­gi­scher Aspekte bei allen Inves­ti­tionen, insbe­sondere die gezielte Umlenkung von Finanz­flüssen zu ökolo­gisch stark wirksamen Inves­ti­tionen. Ebenso können Veran­la­gungen direkt in sozial-ökolo­gische Projekte oder über Finanzdienstleister*innen erfolgen. Oft gehen die Wirkungen in beide Richtungen, sowohl sozial als auch ökolo­gisch, daher können sie gemeinsam betrachtet werden.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • nimmt in seine Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dungen regel­mäßig die Prüfung auf beständige Reduktion des ökolo­gi­schen Fußab­drucks auf.
  • achtet auch bei Inves­ti­tionen in immate­ri­elles Vermögen und Finanz­an­lagen auf mögliche sozial-ökolo­gische Auswir­kungen.
  • veranlagt überschüssige Finanz­mittel mit Ausnahme einer Liqui­di­täts­re­serve in sozial-ökolo­gische Projekte.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

B4 Eigentum und Mitentscheidung

Ein Unter­nehmen lebt vom gemeinsam getra­genen Sinn der unter­neh­me­ri­schen Tätigkeit, dem daraus entwi­ckelten gemein­samen Zukunftsbild und guter Zusam­men­arbeit. Dies gelingt vor allem durch gemein­sames Entscheiden, Mitge­stalten und damit Mitver­ant­worten – am besten durch Mitun­ter­neh­mer­schaft. Dieses Ziel kann durch eine passende Rechtsform unter­stützt werden, die das Übernehmen oder Übertragen von Eigen­tums­an­teilen im Sinne echter Mitun­ter­neh­mer­schaft erleichtert.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • ermög­licht die Teilnahme von Berüh­rungs­gruppen an Entschei­dungen durch bestmög­liche Trans­parenz über die unter­neh­me­rische Tätigkeit und geplante Ziele.
  • bereitet relevante Inter­es­sens­gruppen auf die Übernahme von Mitei­gentum gezielt vor.
  • entwi­ckelt als lernende Organi­sation gemeinsame Entschei­dungs­pro­zesse stetig weiter.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

C1 Menschenwürde am Arbeitsplatz

Gelebte Menschen­würde zeigt sich in einer mitar­bei­ten­den­ori­en­tierten Unter­neh­mens­kultur, die auf Respekt, Wertschätzung und Vertrauen aufbaut. Vielfalt in der Beleg­schaft wird als Chance gesehen und genutzt. Es wird ein gesund­heits­för­derndes Arbeits­umfeld geschaffen. Der Mensch steht im Mittel­punkt und wird nicht als Produk­ti­ons­faktor gesehen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • lebt eine respekt­volle und offene Unter­neh­mens­kultur und Kommu­ni­kation.
  • sorgt für einen Einsatz der Mitar­bei­tenden nach ihren persön­lichen Stärken, schafft Handlungs­spiel­räume für Selbst­or­ga­ni­sation und fördert die persön­liche und beruf­liche Entwicklung aller Mitar­bei­tenden.
  • sieht Diver­sität als Ressource.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

C2 Ausgestaltung der Arbeitsverträge

Arbeits­ver­träge regeln die Zusam­men­arbeit zwischen Organi­sation und Mitar­bei­tenden. Die Ausge­staltung und Zuweisung von Ressourcen wie Verdienst, Zeit, Sicherheit oder Balance hat einen erheb­lichen Einfluss auf die Leistungs­be­reit­schaft, das Sicher­heits­emp­finden und das Wohlergehen der Mitar­bei­tenden. Die indivi­duelle Ausge­staltung der Arbeits­ver­träge bei gleich­zei­tiger und weitge­hender Selbst­be­stimmung der Mitar­bei­tenden ist erklärtes Ziel.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • verbessert die vertraglich geregelten Arbeits­kon­di­tionen fortwährend.
  • ermög­licht eine hohe Indivi­dua­lität in der vertrag­lichen Ausge­staltung.
  • disku­tiert die Grund­lagen der Arbeits­kon­di­tionen offen mit allen Mitar­bei­tenden.
  • ermächtigt Mitar­bei­tende, weitrei­chende Entschei­dungen selbst zu treffen.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

C3 Ökologisches Verhalten der Mitarbeitenden

Pionier­un­ter­nehmen sind wesent­liche Multi­pli­ka­toren zur Stärkung des ökolo­gi­schen Bewusst­seins der Mitar­bei­tenden. Daher kommt der Vorbild­funktion und der Anreiz­po­litik von Unter­nehmen zur Förderung des ökolo­gi­schen Bewusst­seins und Verhaltens im beruf­lichen Alltag der Mitar­bei­tenden eine Schlüs­sel­rolle zu.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • entwi­ckelt ein ökolo­gi­sches Bewusstsein und ermög­licht ökolo­gi­sches Verhalten der Mitar­bei­tenden.
  • schafft Rahmen­be­din­gungen für die Umsetzung von Projekten, die nachhal­tiges Verhalten fördern.
  • trägt durch seine Unter­neh­mens­kultur sowie interne Prozesse zur Umsetzung von Maßnahmen zu wesent­lichen ökolo­gi­schen Aspekten bei.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

C4 Innerbetriebliche Mitentscheidung und Transparenz

Das Unter­nehmen bzw. die Organi­sation ist ein Ort der aktiven Teilhabe und Mitwirkung für alle Mitar­bei­tenden. Sämtliche Mitar­bei­tende können ihre Ideen, Anregungen oder Impulse einbringen und so Mitver­ant­wortung übernehmen und zum Wohl des Unter­nehmens beitragen. Die Identi­fi­kation mit dem Unter­nehmen bzw. der Organi­sation steigt, und die Weisheit der Vielen wird genutzt.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • macht alle wesent­lichen und kriti­schen Daten für die Mitar­bei­tenden trans­parent, leicht zugänglich und verständlich.
  • lässt die Führungs­kräfte durch die Mitar­bei­tenden legiti­mieren und evalu­ieren.
  • ermög­licht den einzelnen Teams und jeder/jedem einzelnen Mitar­bei­tenden ein hohes Maß an Mitent­scheidung.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

D1 Ethische Kund*innenbeziehung

Kund*innen als Menschen mit ihren Bedürf­nissen und Wünschen stehen im Vorder­grund, nicht deren Potenzial als Umsatzträger*innen. Ziel ist die optimale Erfüllung des wirklichen Kund*innennutzens. Dies reicht von der kund*innenorientierten Produkt­ent­wicklung über die offenene Kommu­ni­kation auf Augenhöhe bis hin zur Barrie­re­freiheit bei sämtlichen Kontakt­punkten mit Kund*innen. Ethische Kund*innenbeziehungen umfassen auch den Verzicht auf Umsatz oder Gewinn, wenn es im Interesse der Kund*innen ist.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • achtet auf eine Kund*innenbeziehung auf Augenhöhe sowie Trans­parenz und Ehrlichkeit, um Wohlergehen und Bedürfniserfüllung partner­schaftlich zu ermög­lichen.
  • gestaltet die Produkte und Dienst­leis­tungen sowie die Kommu­ni­kation bewusst barrie­refrei – von der Nutz- und Bedien­barkeit des Produktes bzw. der Dienst­leistung über den Zugang zu Infor­ma­tionen bis zum Ort des Verkaufs.
  • verzichtet auf unlautere Werbung, die durch Beschö­nigen, Verschleiern und Verkaufs­druck illegitime Markt­vor­teile bewirkt.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

D2 Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen

Koope­ration und Solida­rität mit Mitun­ter­nehmen basiert auf einer wertschät­zenden Grund­haltung sowie einem Verhalten auf Augenhöhe gegenüber anderen Unter­nehmen. Wettbewerb wird als sport­liche Heraus­for­derung in trans­pa­renter, respekt­voller Weise und nicht als feind­liche Verdrängung betrachtet und gelebt.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • sieht den Mitbewerb als Ergänzung am Markt.
  • arbeitet gemeinsam mit anderen Unter­nehmen an Lösungen und Angeboten, die die Bedürf­nisse der Kund*innen erkennen und bedienen.
  • bietet anderen Unter­nehmen uneigen­nützige Unter­stützung in Notsi­tua­tionen an.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

D3 Ökologische Auswirkungen durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen

Durch Nutzung und Recycling sowie durch die endgültige Entsorgung von Produkten und Dienst­leis­tungen entstehen oft negative ökolo­gische Auswir­kungen. Um diese Auswir­kungen auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Produkte und Dienst­leis­tungen so gestaltet sein, dass sie sich möglichst weit in natür­liche Kreis­läufe einfügen (Konsistenz) und ein möglichst gutes Verhältnis von Nutzen- bzw. Bedürf­nis­be­frie­digung zu negativen ökolo­gi­schen Auswir­kungen haben (Effizienz). Darüber hinaus ist vor allem ein maßvoller Konsum notwendig, um gesamt­ge­sell­schaftlich gesehen, die ökolo­gi­schen Auswir­kungen zu reduzieren (Suffi­zienz).

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • ist bestrebt, die ökolo­gi­schen Auswir­kungen von Nutzung und Entsorgung möglichst genau zu kennen und diese zu minimieren.
  • bietet Produkte und Dienst­leis­tungen an, deren ökolo­gische Auswir­kungen durch Nutzung und Entsorgung geringer sind als bestehende Alter­na­tiven.
  • setzt sich mit den Nutzungs- und Entsor­gungs­be­din­gungen durch Kund*innen ausein­ander und versucht diese im Sinne einer maßvollen Nutzung (Suffi­zienz) zu beein­flussen.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

D4 Kund*innenmitwirkung und Produkttransparenz

Die Mitwirkung von Kund*innen kann Hinweise auf öko-soziale und nachhaltige Produkt­ver­bes­se­rungen, Produkt- und Service-Innova­tionen sowie die künftige Entwicklung des Absatz­marktes geben. Kund*innen können ihre Erfah­rungen dem Unter­nehmen direkt mitteilen oder unter­ein­ander teilen, wodurch der Einfluss der Kund*innen steigt. Trans­pa­rente Infor­ma­tionen über die Inhalts­stoffe und Preis­be­stand­teile machen die (Höher-)Wertigkeit deutlich und ermög­lichen fundierte Kaufent­schei­dungen der Konsument*innen und die Meinungs­bildung der inter­es­sierten Öffent­lichkeit.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • fördert den direkten Kontakt zu seinen Kund*innen und bindet sie bei der Produkt­ent­wicklung mit ein.
  • nutzt den Dialog mit Kund*innen, um Produkte und Dienst­leis­tungen nachhal­tiger zu machen und einen suffi­zi­enten Gebrauch zu unter­stützen.
  • schafft umfas­sende Produkt­trans­parenz und Rückver­folg­barkeit in der Zulie­fer­kette..

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und Dienstleistungen

Sinn und Zweck eines Gemeinwohl-Unter­nehmens ist es, ausschließlich Produkte und Dienst­leis­tungen zu erzeugen bzw. anzubieten, die einen aktiven Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Das bedeutet, sie sind für ein physisch und psychisch gesundes sowie einfaches (suffi­zi­entes) Leben nötig und werden sozial verträglich und ökolo­gisch so schonend wie möglich erzeugt. Darüber hinaus bieten Gemeinwohl-Unter­nehmen Lösungen für die größten Heraus­for­de­rungen der Menschheit, z.B. Armuts­be­kämpfung, hochwertige Ernährung für alle Menschen, Bildung, Gesundheit und die Lösung sozialer Missstände.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • leistet mit seinem Angebot einen Beitrag für das gute Leben für alle und
  • deckt den Grund­bedarf für möglichst viele Menschen, auch für benach­tei­ligte, untere soziale Gruppen.
  • fördert mit seinen Produkten und Dienst­leis­tungen die Gesundheit bzw. die persön­liche Entwicklung der Menschen und der Gemein­schaft.
  • verzichtet auf Produkte und Dienst­leis­tungen mit sozialen, ökolo­gi­schen und gesund­heit­lichen Risiken.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

E2 Beitrag zum Gemeinwesen

Jedes Unter­nehmen bzw. jede Organi­sation agiert in einem gesell­schaft­lichen Umfeld und innerhalb einer sozialen Gemein­schaft. Das Gemein­wesen (bestehend aus staat­lichen und zivil­ge­sell­schaft­lichen Einrich­tungen) stellt wichtige Grund­lagen für unter­neh­me­ri­sches Handeln zur Verfügung. Umgekehrt erwartet die Gesell­schaft auch einen angemes­senen Beitrag aller zur Erhaltung und Weiter­ent­wicklung dieser Struk­turen. Neben den gesetzlich vorge­schrie­benen Steuern und Abgaben gibt es eine breite Palette materi­eller oder immate­ri­eller Leistungen, die Organi­sa­tionen erbringen und damit das Gemein­wesen entweder fördern oder auch schädigen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • leistet über Steuern und Sozial­ab­gaben einen fairen und angemes­senen Beitrag zum Gemein­wesen entspre­chend der Wertschöpfung in der jewei­ligen Region.
  • nutzt Förde­rungen der öffent­lichen Hand nur in dem Ausmaß, als diese der Entwicklung des Unter­nehmens dienen und damit mittel­fristig die Wertschöpfung in
    der jewei­ligen Region erhöhen.
  • setzt seine spezi­fi­schen Fähig­keiten und Ressourcen ein, um zivil­ge­sell­schaft­liche Initia­tiven innerhalb des Gemein­wesens jenseits von Eigen­in­ter­essen zu stärken.
  • nutzt seine Kontakte zu Verwaltung und politi­schen Entscheidungsträger*innen, um dem Gemeinwohl zu dienen und nicht primär Eigen­in­ter­essen zu unter­stützen. Zudem legt es diese Kontakte und Finanz­flüsse offen.
  • setzt struk­tu­relle Maßnahmen, um Korruption und illegitime Steuer­ver­meidung intern und bei den direkten Geschäftspartner*innen zu verhindern.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen

Unter­nehmen können durch Verän­derung ihrer internen Produktions‑, Verar­bei­tungs- und Arbeits­pro­zesse und der damit verbun­denen Reduk­tionen der ökolo­gi­schen Auswir­kungen einen wesent­lichen Beitrag leisten, um der Überschreitung plane­tarer Grenzen entgegen zu wirken. Im Lebensweg stehen hier die internen Abläufe zwischen der Übernahme der Vorpro­dukte von den Lieferant*innen und der Übergabe der Produkte an die Kund*innen im Fokus. Ebenso kann das Produkt­design zur Reduktion dieser Auswir­kungen beitragen.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • stellt den Lebensweg seiner Produkte und Dienst­leis­tungen innerhalb des Unter­nehmens dar und erhebt und dokumen­tiert die jewei­ligen Umwelt­aus­wir­kungen.
  • setzt sich aktiv mit den ökolo­gi­schen Auswir­kungen der unter­neh­me­ri­schen Tätigkeit ausein­ander.
  • reduziert negative ökolo­gische Auswir­kungen konti­nu­ierlich und gestaltet seine Verfahren und Prozesse schad­stoffarm, ressour­cen­schonend und sparsam.
  • kommu­ni­ziert seine Erkennt­nisse und Fortschritte in der Branche und an andere inter­es­sierte Berüh­rungs­gruppen.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

E4 Transparenz und gesellschaftliche Mitentscheidung

Trans­parenz und gesell­schaft­liche Mitent­scheidung sollen in erster Linie Schaden von der Allge­meinheit durch Entschei­dungen abwenden, die auf einem Mangel an verfüg­baren Infor­ma­tionen und Fakten, mangel­haftem Argumen­ta­ti­ons­aus­tausch oder fehlenden Mitwir­kungs­mög­lich­keiten der Betrof­fenen beruhen. Sie sollen ein lebens­dien­liches Mitein­ander in einer aufge­klärten, demokra­ti­schen, offenen und plura­lis­ti­schen Gesell­schaft fördern.

Ein GWÖ-Unter­nehmen …

  • stellt Trans­parenz über das Handeln der Organi­sation und jene Vorkomm­nisse her, die von legitimem Interesse für die Öffent­lichkeit sind.
  • sorgt für eine angemessene Berück­sich­tigung der Inter­essen der hierbei relevanten Berüh­rungs­gruppen bei unter­neh­me­ri­schen Entschei­dungen.
  • tritt für die Werte Trans­parenz und Mitbe­stimmung als Grundlage einer aufge­klärten, demokra­ti­schen, offenen und plura­lis­ti­schen Gesell­schaft ein.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Menschenwürde

Menschen­würde bedeutet für uns, dass jedes mensch­liche Wesen an sich wertvoll, schüt­zenswert und einmalig ist, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und anderen Merkmalen. Der Mensch und letzt­endlich jedes Lebewesen hat eine Existenz­be­rech­tigung, verdient Wertschätzung, Respekt und Achtung. Das mensch­liche Individuum steht dabei über jeder Sache und Vermö­gens­werten. Der Mensch steht im Mittel­punkt. Die Menschen­würde ist unabhängig von der Verwert­barkeit der mensch­lichen Arbeits­kraft und „unantastbar“.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Solidarität und Gerechtigkeit

Solida­rität und Gerech­tigkeit sind zwei naheste­hende Werte, deren Gemein­samkeit in Empathie, Wertschätzung und Mitgefühl mit anderen sowie im Recht auf Chancen­gleichheit liegt. Beide Werte zielen darauf ab, Ungerech­tigkeit zu reduzieren, Verant­wortung zu teilen und eine Balance zwischen Stark und Schwach herzu­stellen.

Solida­rität …

  • spiegelt den Anspruch wider, allen Menschen zumindest eine Grund­aus­stattung an Chancen zu bieten und niemanden unter­gehen zu lassen.
  • äußert sich in gegen­sei­tiger und uneigen­nüt­ziger Hilfe­stellung bei Notlagen bzw. zur Überwindung schwie­riger Situa­tionen sowie in freiwil­liger Koope­ration mitein­ander.
  • mündet unter Umständen auch in einer konkreten Gemein­schafts­ver­pflichtung und ‑haftung. Das Kollektiv übernimmt dabei Verant­wortung für Schwä­chere.
  • basiert auf einem Zusam­men­ge­hö­rig­keits­gefühl, das aus Sicht der GWÖ als Verbun­denheit mit Menschen verstanden wird, und nicht in einer Abgrenzung zu anderen Gruppen, wie es histo­risch oftmals verstanden wurde.

Gerech­tigkeit …

  • beschreibt eine Zielvor­stellung, bei der es eine angemessene Verteilung von Gütern, Ressourcen, Macht sowie auch Chancen und Pflichten gibt.
  • wird über soziale Mecha­nismen herge­stellt, wie eine gerechte Ordnung von Gesell­schaft, Wirtschaft und Staat. Im Idealfall sind diese insti­tu­tio­na­li­siert, d.h. in einer Rechts­ordnung verankert. Handlungen, die Gerech­tigkeit herstellen sollen, sind daher zumeist nicht ausschließlich freiwillig gesetzt.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Ökologische Nachhaltigkeit

Ökologie betrachtet die Bezie­hungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt, welche gleich­zeitig ihre Lebens­grundlage darstellt. Durch die Eingriffe des Menschen ist diese massiv bedroht. Unter­nehmen sind besonders gefordert, ihren Beitrag zu einer nachhal­tigen Entwicklung zu leisten. Diese soll den Bedürf­nissen der heutigen Generation entsprechen, ohne die Möglichkeit künftiger Genera­tionen zu gefährden, ihre Bedürf­nisse zu befrie­digen und ihren Lebensstil zu wählen.

Die Nachhal­tigkeit von Produkten und Dienst­leis­tungen kann nur dann bewertet werden, wenn der gesamte Lebensweg betrachtet wird. Darunter verstehen wir aufein­an­der­fol­gende Stufen eines Produkt­systems – von der Rohstoff­ge­winnung oder Rohstoff­er­zeugung (A3) über die Entwicklung, Herstellung oder Verar­beitung im Unter­nehmen bis zur Lieferung (E3), zur Verwendung durch die Kund*innen und der endgül­tigen Besei­tigung des Produktes (D3). Für Dienst­leis­tungen kann ein analoger Lebensweg definiert werden.

Ökolo­gische Nachhal­tigkeit kann durch gezielte Inves­ti­tionen verbessert werden und ist dann oft auch mit sozialen Verän­de­rungen verbunden. Bei B3 werden daher (im Gegensatz zu den anderen Themen der ökolo­gi­schen Nachhal­tigkeit) sowohl der ökolo­gische als auch der soziale Aspekt der Inves­ti­tionen betrachtet.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Transparenz und Mitentscheidung

Trans­parenz ist eine Voraus­setzung, damit mündige Berüh­rungs­gruppen mitent­scheiden können. Unter Trans­parenz ist die Offen­legung aller für das Gemeinwohl bedeu­tender Infor­ma­tionen zu verstehen, insbe­sondere der kriti­schen Daten wie z.B. der Proto­kolle der Führungs­gremien, der Gehälter, der internen Kosten­rechnung, der Entschei­dungen über Einstel­lungen und Entlas­sungen etc.

Mitent­scheidung beinhaltet die Mitwirkung der jewei­ligen Berüh­rungs­gruppe an den Entschei­dungen, vor allem bei jenen, die sie selbst betreffen. Die Betrof­fenen sollen zu Betei­ligten gemacht und so weit wie möglich invol­viert werden. Dabei gibt es unter­schied­liche Abstu­fungen von Anhörung und Konsul­tation über ein Vetorecht bis hin zu gemein­samen konsen­sualen Entschei­dungen.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Lieferant*innen

Diese Berüh­rungs­gruppe umfasst sowohl direkt zulie­fernde Unter­nehmen als auch deren Lieferant*innen und damit grund­sätzlich die gesamte Zulie­fer­kette. Betrachtet werden alle Produkte und Dienst­leis­tungen, die von anderen bezogen werden. Jedes Unter­nehmen kann durch Auswahl bei der Kaufent­scheidung, durch Gestaltung von Vertrags­be­din­gungen und durch Einfluss­nahme Mitver­ant­wortung für seine Lieferant*innen übernehmen.

Wie diese Mitver­ant­wortung in der Praxis gelebt werden kann, hängt von realen Macht­ver­hält­nissen am Markt und der Entfernung in der Zulie­fer­kette ab. Wesentlich ist es, bei zugekauften Produkten und Dienst­leis­tungen besonders kritisch auf die Vorgänge in der Zulie­fer­kette zu achten, wenn die Liefe­rungen entweder hohe wirtschaft­liche Bedeutung für das Unter­nehmen haben oder für die eigenen Produkte wichtige bzw. risiko­be­haftete Bestand­teile sind.

Als Orien­tierung kann eine Auflistung der wesent­lichsten Lieferant*innen des Unter­nehmens (bis zum Gesamtwert von ca. 80 % des Einkaufs­vo­lumens) sowie der von diesen bezogenen Produkte und Dienst­leis­tungen dienen. Besonders Produkte und Branchen mit sozialen oder ökolo­gi­schen Risiken sind auch bei Kleinst­mengen zu betrachten.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Eigentümer*innen und Finanzpartner*innen

Die Eigentümer*innen eines Unter­nehmens haben die Verfü­gungs- und Entschei­dungs­rechte, dafür aber auch Verant­wortung und Haftung. Die Rolle der Eigentümer*innen ist abhängig vom jewei­ligen Rechts­system.

Geldgeber*innen stellen Eigen­ka­pital oder Fremd­ka­pital zur Verfügung. Finanzdienstleister*innen sind Dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen für Zahlungs­verkehr, Versi­che­rungen und Vermögens- bzw. Finanz­be­ratung.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Mitarbeitende

Die Berüh­rungs­gruppe Mitar­bei­tende umfasst alle Personen, deren Tätigkeit für das Unter­nehmen in wesent­lichen (= für die Tätigkeit unbedingt erfor­der­lichen) Teilen im direkten Kontext des Unter­nehmens (räumliche, organi­sa­to­rische und soziale Struk­turen) steht und für die mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Anstel­lungs­ver­hältnis
  • Personen, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten tätig sind
  • Personen, die mindestens vier Stunden in der Woche tätig sind
  • Tätig­keiten, die regel­mäßig und wieder­kehrend (z.B. jeden Sommer) ausgeübt werden

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Kund*innen und Mitunternehmen

Unter der Berüh­rungs­gruppe der Kund*innen sind die Zielgruppen des Unter­nehmens zu verstehen, die mit den Produkten und Dienst­leis­tungen angesprochen werden sollen, wie z.B. Nutzer*innen der Produkte und Dienst­leis­tungen, Händler*innen und Endkund*innen sowie Auftraggeber*innen.

Direkte Mitun­ter­nehmen sind in erster Linie jene Unter­nehmen, die mit ihrem Angebot dieselbe (regionale) Zielgruppe ansprechen. Darüber hinaus wird auch das Verhalten gegenüber sowie der Umgang mit Unter­nehmen anderer Branchen bzw. anderer Regionen beleuchtet.

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0

Gesellschaftliches Umfeld

Die Berüh­rungs­gruppe E umfasst alle Gruppen, die nur mittelbar die Auswir­kungen unter­neh­me­ri­schen Handelns spüren. Die Gruppe wird dabei so weit wie sinnvoll möglich gedacht, wobei sich Unter­schiede bezüglich der einzelnen Werte ergeben:

  • E1: Menschheit insgesamt, inklusive künftiger Genera­tionen (beinhaltet alle Menschen als vernunft­be­gabte Wesen, die für sich Werte und Sinn selbst definieren können).
  • E2: Gemein­wesen als große soziale Gruppe, die sich einen abgegrenzten Lebensraum teilen. Dieser kann physisch oder virtuell sein (z.B. alle Menschen, die in einer Region leben; alle Nutzer*innen des Internets). Die Gruppe hat gemeinsame Regeln und Insti­tu­tionen geschaffen, die auf einem gemein­samen Grund­ver­ständnis beruhen. Ein Unter­nehmen kann mehreren Gemein­wesen angehören (Kommune, Staat, Scien­tific Community etc.).
  • E3: globales ökolo­gi­sches Umfeld, inklusive der natür­lichen Lebens­grund­lagen künftiger Genera­tionen.
  • E4: relevante Berüh­rungs­gruppen für das Unter­nehmen, die nicht durch A bis D abgedeckt sind (z.B. Anrainer*innen, kritische NGOs als „Anwält*innen“ der Gesell­schaft).

aus: Arbeitsbuch GWÖ Kompakt­bilanz 5.0