Es begann an einem Tag des guten Lebens …

Am 24. und 25. Januar kommt Davide Brocchi wieder nach Minden, diesmal im Rahmen einer Regio­nalen Auftakt­ver­an­staltung zum »Tag des Guten Lebens« und zusammen mit Severin Caspari. Veran­stalter des zweitä­gigen Workshops sind Die Urbanisten, die mit einer bundes­weiten Förderung den Tag des guten Lebens in verschie­denen Regionen anstoßen wollen. Neben Minden sind dies in NRW Wuppertal und Dortmund.

Wie bereits im September berichtet Davide zunächst über den 1. Tag des guten Lebens in Köln, wie er und seine Mitstreiter*innen es geschafft haben dieses geld- und autofreie Nachbar­schaftsfest seitdem jedes Jahr in einem Kölner Veedel statt­finden zu lassen und was das mit der Stadt­ge­mein­schaft macht.

 

Freitag 24. Januar 12 bis 20 Uhr

Samstag 25. Januar, 10 bis 18 Uhr

Regionalworkshop
Tag des guten Lebens

Hansehaus · Papen­markt 2 · Minden

Aktuelle Info

Die Teilneh­me­rIn­nen­ge­bühren entfallen dank der Unter­stützung des Fonds Sozio­kultur, der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, der GWÖ Minden und der VHS Minden.

Es ist auch eine Teilnahme nur am Samstag möglich! Anmel­dungen bitte an wandel@17plus.org.

Über die Moderatoren

Niklas Heiland und Severin Caspari moderieren den Tag des guten Lebens Workshop in Minden. Ihr Herz schlägt für Neuan­fänge und Aufbrüche. Mit ihrem Verein Common Future infor­mieren, quali­fi­zieren und vernetzen sie seit vielen Jahren Menschen für den sozialen und ökolo­gi­schen Wandel. Dabei orien­tieren sie sich an den Inter­essen und Leiden­schaften der Teilneh­menden und initi­ieren Prozesse des gemein­samen Lernens und Wirkens. In Halle an der Saale unter­stützen wir Jugend­liche mit dem Projekt MitMi­schen dabei, ihre Stadt im Sinne einer sozial-ökolo­gi­schen Trans­for­mation zu verwandeln. Im Projekt ILA-Werkstatt analy­sieren wir Ursachen der Ausbeutung von Mensch und Natur, entwi­ckeln solida­rische und ökolo­gisch nachhaltige Alter­na­tiven und tragen diese in die Politik und die Gesell­schaft.

»Wir freuen uns, unsere Erfah­rungen und unser Wissen in den Prozess für einen Tag des guten Lebens in Minden einbringen zu können. Bislang haben wir Regional-Workshops zum Tag des guten Lebens in Wuppertal und Hamburg und zum bundes­weiten Prozess in Berlin moderiert.«

Was erwartet euch?

Der Input von Davide Brocchi enthält viele Infor­ma­tionen und Praxis­tipps zum Tag des guten Lebens. Anschließend habt ihr die Möglichkeit eure Fragen zu stellen. Darüber hinaus verläuft der Workshop in jeder Stadt anders und orien­tiert sich an den lokalen Beson­der­heiten, Heraus­for­de­rungen und den aktuellen Bedarfen und Wünschen der Teilneh­menden. Das heißt die konkrete Agenda und die inhalt­lichen Schwer­punkte entstehen mit euch gemeinsam. Wir setzen uns Ziele und Aufgaben und bearbeiten diese im Plenum oder in Klein­gruppen mit passenden kreativen und struk­tur­ge­benden Methoden. Aus der Erfahrung der bishe­rigen Workshops haben sich dabei die folgenden Module bewährt:

  • Motivation. Gemein­sames Kennen­lernen und Austausch von Wissen und Erfah­rungen. Welche Motivation gibt es Raum für einen Tag des guten Lebens in Minden?
  • Vonein­ander lernen. Kolle­giale Beratung und Super­vision: Welche Erfah­rungen mit Initia­tiven und Projekten zur urbanen Trans­for­mation gibt es und wie können diese für einen Tag des guten Lebens in Minden fruchtbar gemacht werden?
  • Aktiv werden. Wie kann ein Tag des guten Lebens in Minden entstehen und was sind die nächsten Schritte hierzu?
  • Team bilden. Wie organi­sieren wir uns als Team und wer ist bereit welche Rolle und Verant­wortung zu tragen? Wie geht’s weiter?

Severin Caspari

Dr. Niklas Heiland

Über den Referenten

Dr. Davide Brocchi – Soziologe, Tag des guten Lebens-Initiator und Autor des Buches »Urbane Trans­for­mation – Zum guten Leben in der eigenen Stadt« – begleitet gerade in Berlin vier Kieze dabei, ebenfalls einen geld- und autofreien Nachbar­schaftstag zu organi­sieren. Und im kommenden Jahr wird es in Dresden eine ganze »Woche des guten Lebens« geben.

Davide Brocchi, Köln und Katharina Walckhoff, Trans­for­ma­ti­ons­de­si­gnerin aus Minden sind die Sprecher des im Frühjahr gegrün­deten »Bundes­weiten Bündnisses Tag des guten Lebens«, das gerade eine »Lernende Charta« zum Tag des guten Lebens verab­schiedet.

Dr. Davide Brocchi

Und Minden?

Werden wir 2020 auch einen »Tag des guten Lebens« in einem Stadt­quartier haben?

Welche Erfah­rungen Dresden macht, wo es im Rahmen der Zukunfts­stadt-Initiative 2020 gleich eine ganze »Woche des guten Lebens« geben wird und warum Berlin – hier gleich vier Kieze gleich­zeitig – 2020 auch dabei ist.

In jeder Stadt, in jeder Region muss der Tag, die Woche, die Stadt des Gute Lebens von Anfang an neu erfunden werde, auch wenn Erfah­rungen aus anderen Städten wertvoll und hilfreich sind, um vermeidbare Fehler nicht zu wieder­holen und um gleich von Anfang an mit einem großen Ideen­speicher beginnen zu können.

Zwei spannende Tage als Auftakt für ein einen mindestens ebenso spannenden Trans­for­ma­ti­ons­prozess in unserer Stadt und in unserer REgion.

Packen wir’s an!
Denn: EINE ANDERE STADT IST MÖGLICH!!

Die Idee

  • Rollies mitten auf der Fahrbahn?
  • Der Klausenwall – eine Spiel­straße?
  • Fahrrad-Ralley um das Glacis herum?
  • Überall spielen auf der Straße?
  • Nachbar­schafts-Gourmet-Meile in der Bäcker­straße?
    Wer wohnt da eigentlich?

Beim Famili­enfest auf Kanzlers Weide hat ein kleiner Junge Bürger­meister Michael Jäcke gefragt, was er an einem autofreien Tag in der Innen­stadt machen würde. Seine Antwort: auf einer Haupt­straße Fußball spielen!

2013 war in Köln zum ersten Mal ein ganzes Stadt­quartier einen Tag lang völlig autofrei. Die Leute haben auf der Straße zusam­men­ge­sessen, gespielt, Aktionen organi­siert – Köln-Ehrenfeld war für einen Tag ein aktives Dorf. Seitdem findet der »Tag des guten Lebens« jedes Jahr in einem anderen Kölner Stadtteil statt.

Hintergrund

Im September 2018 – bei den 1. Wandel­tagen ins Mindener Land – haben wir die Städte­part­ner­schaft »Essbare RE6ion Minden-Köln« geschmiedet. Die beiden Städte verbindet nicht nur die Cölln-Mindener Eisenbahn und das Kölner Wappen am Mindener Bahnhof. Sondern auch das Thema Essbare Stadt.
Frank Bowin­kelmann – Foods­haring-Mitgründer und Mitglied des Kölner Ernäh­rungsrats – hat den »Aktionsplan Essbare Stadt Köln« nach Minden gebracht, wo er vom Stellv. Bürger­meister Egon Stell­brink im Weser-Garten der Initiative Essbaren Stadt Minden e.V. – der 1. Essbare-Stadt-Initiave in NRW – entgegen genommen wurde.
Schirm­herr­schaft
Michael Jäcke
Bürger­meister Stadt Minden
Dass Köln heute einen kommu­nalen Aktionsplan Essbare Stadt hat, an dem über 130 Initia­tiven, Vereine, Unter­nehmen, Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Verbänden mitge­ar­beitet haben (und noch weiter mitar­beiten) geht auf die Initiative von Davide Brocchi zurück. Der in Rimini geborene und in Köln behei­matete Soziologe ist der Initiator des seit 2013 jährlich in einem anderen Kölner Veedel statt­fin­denden »Tag des guten Lebens«.

An einem Sonntag im Sommer oder Herbst gehört ein ganzes Stadt­quartier den Bewohnern. Der Verkehr fährt drum herum, Autos parken außerhalb und das Quartier wird für einen Tag zum Dorf: Nachbarn stellen Tische und Stühle nach draußen, organi­sieren Spiele, Dreirad-Ralleys, Waffel­backen …

Um dieses 1‑Tag-Straßendorf zu organi­sieren entstehen Nachbar­schafts­kon­takte, ‑initia­tiven und ‑gruppen und eine Anwoh­nerin beschreibt die Verän­derung, die dadurch unumkehrbar statt­ge­funden hat mit den Worten: »Seit dem Tag des guten Lebens brauche ich morgens 15 Minuten länger, um meine Brötchen einkaufen zu gehen, weil ich auf dem Weg ständig von Menschen angesprochen werde, die ich vorher nicht kannte.«

Nicht nur neue Nachbar­schafts­kon­takte und Freund­schaften gibt es seither, sondern aus der Zusam­men­arbeit der betei­ligten Vereine, Initia­tiven und Organi­sa­tionen ist der Verein AGORA Köln e.V. entstanden, dessen kommu­naler Aktionsplan Essbare Stadt nach einem 2‑jährigen inten­siven Arbeits­prozess 2018 mit großer Mehrheit durch den Kölner Rat verab­schiedet wurde.

In Koope­ration mit