Ernährungssouveränität
entlang der Cölln-Mindener Eisenbahn

Die Idee

Die Strecke des heutigen RE 6 entspricht der historischen Cölln-Mindener Eisenbahn. Deshalb haben wir in Minden auch das Kölner Wappen am Bahnhof und 2018 die inoffizielle, bottom up-Städtepartnerschaft »Essbare Stadt – Essbare RE6ion Minden-Köln« angezettelt.

Die Idee hinter der Idee ist, dass sich im Umkreis von 70 km entlang des RE 6 Unternehmen, Initiativen und Akteur*innen, die einen Beitrag zur Ernährungs- und Konsumwende leisten, in die WandelKARTE eintragen. Quer durch NRW, in der Mitte zwischen Berlin und Brüssel kann so nach und nach eine »grüne Banane« von ca. 45.000 Quadratkilometern Vernetzung für Ernährungssouveränität entstehen.

Hintergrund

Bottom-up-Städtepartnerschaft Minden—Köln

Bereits im Januar 2018, als der Kölner Aktionsplan bei einem Bar Camp von 350 Leuten bearbeitet wurde, gab es viel Zustimmung in einem Open Space, bei dem Katharina für eine bottom-up-Städtepartnerschaft Minden—Köln geworben hat.

Die Idee stieß auf so viel freundliche Resonanz, weil es bei den Kölnern offenbar große Wertschätzung dafür gab, dass Minden die älteste Essbare-Stadt-Initiative in NRW hat und eine Initiatiatorin aus Minden für die Kölner anscheinend ein ernstzunehmender Player zu diesem Thema war, obwohl auf hundert Kölner gerade einmal 8 Mindener kommen.

Kölner Oberbürgermeisterin – Prominenter Fan

Im Juli 2018, beim »Tag des guten Lebens« im Eigelstein- und Agnesviertel begegnete Katharina zufällig der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und hatte Gelegenheit, ihr in einer Art Elevator-Pitch von der Idee der bottom-up-Städtepartnerschaft essbare Stadt/essbare Region Minden-Köln zu erzählen. Sie war richtig begeistert und erzählte, sie hätte eine besondere Beziehung zu Minden, weil sie ihr juristisches Referendariat am Mindener Amtsgericht absolviert habe. Allerdings sei der Begriff »Städtepartnerschaft« geschützt.

2018 – 1. Mindener WandelTAGE

2018 fanden in Minden und Umgebung zum ersten Mal WandelTAGE statt. Unter dem Motto »Wer urlaubt am zuhausesten?« waren Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die beiden Brückentage zwischen Sonntag, dem 30. September und dem Feiertag am 3. Oktober frei zu nehmen und »Ausflüge in die essbare und nachhaltige Region« zu machen.

Inspirationsquelle für die WandelTAGE war die Berliner WandelWOCHE im Vorfeld des Solidar-Ökonomischen Kongresses SOLIKON 2015.

Schwerpunkt der 1. WandelTAGE waren die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Develoment Goals)  SDGs 6 | Sauberes Trinkwasser und Sanitäre Einrichtungen und 14 | Leben im Meer in Verbindung mit 11 | Nachhaltige Städte und Kommunen.

Es gab knapp 40 Aktionspunkte: Mitmachen bei der Solidarischen Landwirtschaft, Eröffnung eines Gemeinschaftsgartens, Führungen über den Recyclinghof, Plastikfastenkurse, ein ganztägiges »FairWandelFest« … Schulen, Bildungsträger aber auch Unternehmen, Vereine und Privatpersonen – haben Veranstaltungen organisiert und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen vorgestellt.

Der ADFC war Kooperationspartner und hat 6 anspruchsvolle Radtouren von ca. je 30 km Länge entlang der Aktionspunkte in den verschiedenen Regionen des Mindener Lands angeboten.

Das Highlight der WandelTAGE 2018 war, als Frank Bowinkelmann – Mitglied im Kölner Ernährungsrat und Mitgründer von FoodSharing Deutschland – mit dem RE6 nach Minden kam und zur Eröffnung des Gemeinschaftsprojekts »Wesergarten« der Essbare Stadt-Initiative Minden unserem Stellvertretenden Bürgermeister Egon Stellbrink den »Kommunalen Aktionsplan Essbare Stadt Köln« überreichte. »Zum Abkupfern«, wie Frank mit einem Zwinkern meinte.

 

 

 

 

WandeTAGE und Corona

Dank ihrer dezentralen Struktur, wo an vielen Standorten über 10 Tage verteilt unterschiedliche Aktionen stattfanden, waren die 2. Mindener WandelTAGE im Herbst 2020 sozusagen corona-resistent und nebenbei das einzige Festival in OWL | Ostwestfalen-Lippe.

Die Leiterin des BNE-Büros des Umweltamts der Landeshauptstadt hatte sich bei einem bundesweitenZOOM- Treffen von BNE.Beauftragten von der Idee eines coronaresistenten Festivals inspirieren lassen und zusammen mit der Geschäftsstelle Nachhaltigkeit angefragt, ob sie das Veranstaltungskonzept mit der digitalen Infrastruktur von wandel.17plus.org kopiern durften. Das passte zum Mindener WandelTAGE-Motto 2020 »Teilen ist das neue Haben!« undso fanden Anfang August 2020 – passend zum Beginn der Sommerferien – die 1. Düsseldorfer WandelTAGE – statt. Und wurden gleich nochmal um einen Monat verlängert.

 

WandelTAGE auf die Schiene setzen

Die Idee ist, andere Kommunen und Akteure zu inspirieren, Nachhaltigkeitsakteure in die WandelKARTE  einzutragen und mit WandelTAGEn zu feiern, wen und was es schon alles in der eigenen Region gibt.

Dies gelingt auch schon: Bei einem bundesweiten ZOOM-Treffen von kommunalen BNE-Beauftragten im April 2020 – also zu Beginn der Coronakrise – hatte Katharina berichtet, dass das Minden-Lübbecker Netzwerk.17plus – Ende 2019 von der Deutschen UNESCO-Kommission als BNE-Netzwerk ausgezeichnet – im äußersten Nordosten von NRW ein corona-resistentes Nachhaltigkeitsfestival organisiert.

WandelTAGE 2021 – Das Schwarmprojekt schwärmt aus

für die WandelTAGE 2021 hat die Landrätin Anna Katharina Bölling die Schirmherrschaft übernommen. Unter dem Hashtag #MühlenkreisPortaWittekindsland fanden im »Mühlenkreis« Minden-Lübbecke an der Porta Westfalica und im Herforder »Wittekindsland« über hundert Veranstaltungen statt – einige davon auch bereits jenseits der Landesgrenze in Niedersachsen.

Am letzten Tag der WandelTAGE – im Rahmen eines Gottesdienstes zum Thema Menschenrecht auf Wasser – übergaben die Akteure aus dem Norden von NRW den Staffelstab des Festivals an RheinBerg am südlichen Pol der essbaren RE6ion weiter. Das Gründungsteam des Ernährungsrats Bergisches Land i.G. will mit den 5. WandelTAGEN ihrer eigenen Initiative Auftrieb geben.

DB Cargo als zukünftiger Partner – wer weiß?

Beim Deutschen Nachhaltigkeitstag im Dezember 2018 in Düsseldorf hatte Katharina Gelegenheit, mit einem Vertreter von DB-Cargo über die Idee zu sprechen, Cargo-Container mit @Lutz ‘ Wortmarke »Essbare RE6ion« als Graffiti auf die Schiene zu schicken. Fand er spannend.