Ernährungssouveränität
entlang der Cölln-Mindener Eisenbahn

Zum Auftakt der 1. WandelTage im Sommer 2018  hat Frank Bowin­kelmann vom Kölner Ernäh­rungsrat den »Kommu­nalen Aktionsplan essbare Stadt Köln« zu uns nach Minden gebracht. In Minden haben wir das Kölner Wappen am Bahnhof, denn Köln und Minden sind die Endpunkte der Cölln-Mindener Eisenbahn, dem heutigen RE6.

Minden hat die älteste essbare Stadt-Initiative in NRW und Köln diesen großar­tigen kommu­nalen Aktionsplan — und wir haben einfach mal bottom up die Köln-Mindener Städte­part­ner­schaft »Essbare Stadt – essbare Region« gegründet. Minde­n­er­seits richtig mit Bürger­meister und allem.

Inzwi­schen haben wir unseren Träger­verein Minden unver­packt – Baustelle Zukunft gegründet und im Juli 2019 als Koope­rative unseren Unver­packt­Laden eröffnet.

Mit jeweils einer »Baustellen-Party«wurde der Laden mit jeweils einem anderen Themen­kreis der Öffent­lichkeit vorge­stellt. Nachdem wir am ersten Samstag im Juli den Laden, unser Konzept und unser Team vorge­stellt haben und am zweiten Samstag die Community, die das Projekt trägt und unter­stützt, gibt es bei der 3. Baustelle-Zukunft-Party Aktionen zum Themen­kreis »Zero Waste City – europäische Stadt ohne Müll«. Dazu passt, dass wir zum ersten Mal Garten­Gemüse geschenkt bekommen haben, das wir weiter schenken konnten und auch für die Einrichtung des Ladens haben wir nichts gekauft: Alles – bis auf die Glasbe­hälter für die Lebens­mittel – wurde geschenkt, recycled oder upcycled.

Lutz und ich haben die Baustellen Party früher verlassen und sind zum Fairs­tival nach Bielefeld gefahren. Dort waren wir vom Biele­felder Ernäh­rungsrat einge­laden, einen DragonDreaming-Traum­kreis zum Projekt »essbare RE6ion« zu machen. Die Vision: entlang des RE6 entstehen viele, viele kleine und große Urban Gardening‑, essbare Stadt- und Food-Koope­ra­ti­ons­Pro­jekte und so entsteht dezentral ein 300 km langes und 140 km breites Band von Ernäh­rungs­Sou­ve­rä­nität entlang der Strecke des R6 – mitten durch eines der am dichtesten besie­delten Regionen Europas: die Essbare RE6ion.

Unsere Idee ist, dass in der ersten Phase einfach nur Infor­mation fließt: welche Projekte gibt es schon wo, was ist geplant, wo lassen sich Synergien schaffen …

Wir freuen uns, wenn sich daraus in Bielefeld eine Initiative entwi­ckelt!

Aus Düsseldorf, Essen und Dortmund wurde schon Interesse signa­li­siert …

Im Kreis Minden-Lübbecke hat sch zeitgleich eine Facebook-Gruppe gefunden, der inzwi­schen über 700 Mitglieder angehören (Stand Oktober 2019). Sie tauschen Infor­ma­tionen über regionale Lebens­mit­tel­an­bieter und ‑erzeuger aus, verab­reden sich, um gemeinsam Landwirt­schaft­liche Betriebe, Gärtne­reien und andere Akreure zu besuchen, die für gutes regio­nales Essen, tierfreund­liche Höfe und nandwerk­liche Lebens­mit­tel­ver­ar­beitung sorgen. Ein vielver­spre­chender nächster Schritt!